Historische Fachwerkarchitektur in der Gemeinde Lotte

Sehenswertes Lotte

Von Dorfkirchen und Wassermühlen

Historische Mühle Bohle in der Gemeinde Lotte
Lotte wie in der heutigen Form gibt es erst seit rund 40 Jahren. Und doch hat die Gemeinde einiges zu bieten, was einen Blick wert ist: Historische Dorfkirchen, restaurierte Wassermühlen, prähistorische Megalithgräber und denkmalgeschützte

Schätze aus den Ortsteilen

Schätze aus den Ortsteilen

Zur Geschichte der Ortsteile sind mehrere Publikationen erschienen. Die Broschüren „Wersens Schätze" und „Halens Schätze" dokumentieren das Kulturerbe der jeweiligen Ortsteile. Das 2021 erschienene Buch „Bürens Schätze – Von den Anfängen bis zur Gegenwart" von Reinhard Fischer umfasst über 300 bebilderte Seiten und ist über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus erhältlich.

Zur Geschichte der Ortsteile sind mehrere Publikationen erschienen. Die Broschüren „Wersens Schätze" und „Halens Schätze" dokumentieren das Kulturerbe der jeweiligen Ortsteile. Das 2021 erschienene Buch „Bürens Schätze – Von den Anfängen bis zur Gegenwart" von Reinhard Fischer umfasst über 300 bebilderte Seiten und ist über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus erhältlich.

Haus Hehwerth – denkmalgeschütztes Fachwerkgehöft aus dem Jahr 1858

Historische Gebäude und Gehöfte

Haus Hehwerth ist ein denkmalgeschütztes Zeugnis westfälischer Baukunst: Ein Zweiständerhaus mit Fachwerk und Pfettendach aus dem Jahr 1858, ergänzt durch eine Fachwerkscheune von 1851. Ursprünglich landwirtschaftliches Wohn- und Wirtschaftsgebäude, hat es über die Jahrzehnte viele Funktionen übernommen. Dank Fördermitteln von Bund und Land konnte das Haus umfassend renoviert werden und dient seit 1990 als Begegnungs- und Kommunikationsstätte der Gemeinde. Hier finden Konferenzen, Versammlungen sowie private Feste und Feierlichkeiten statt. Seit 2004 können sich Paare im Haus Hehwerth zudem auch standesamtlich trauen lassen. Ein virtueller Rundgang wird nach Freigabe der Gemeinde verlinkt. Anschrift: Bahnhofstraße 13, 49504 Lotte.

Das denkmalgeschützte Doppelheuerhaus im Wersener Holz ist über 200 Jahre alt und wurde 1993–94 vollständig saniert. Das Fachwerkgebäude mit Eichenholzrahmen ist in regionalem Sandstein eingefasst. Es vermittelt ein authentisches Bild der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Heuersleuten im 17. bis 19. Jahrhundert.

Das Alte Amtshaus war einst das Zentrum der kommunalen Verwaltung. Das Gebäude wurde 1828 als Rathaus der damaligen Bürgermeisterei Lotte errichtet. Ab 1845 trug es den Namen Amt Lotte und war über viele Jahrzehnte der Ort, an dem Entscheidungen für das Gemeindeleben getroffen wurden. Mit der kommunalen Neugliederung 1975 entstand aus den Gemeinden Lotte und Wersen inklusive der Ortsteile Büren und Halen die heutige Großgemeinde Lotte. Die Gemeindeverwaltung zog 1982 in das neue Rathaus im Ortsteil Wersen, während das Alte Amtshaus heute stiller Zeuge der Verwaltungsgeschichte ist. Das Gebäude wird heute vor allem von der AWO Lotte genutzt. Anschrift: Bahnhofstraße 36, 49504 Lotte.

Das um 1830 erbaute Alte Zollamt erinnert an die frühere Grenze zwischen dem Königreich Preußen und dem Königreich Hannover. Das klassizistische Gebäude mit angrenzendem Magazin ist ein seltenes Zeugnis der Grenzgeschichte dieser Region.

Mühle Tüchter – historische Getreidemühle mit Wappenstein von 1689
Die Düte und ihre Nebengewässer trieben einst mehrere Mühlen an, die das wirtschaftliche Leben der Region prägten. Drei von ihnen sind heute noch als Baudenkmäler erhalten.

Wassermühlen an der Düte

Die Mühle Bohle ist über 300 Jahre alt. Der Mahlbetrieb wurde 1968, der Sägebetrieb 1975 eingestellt. Derzeit wird die Mühle restauriert; sie ist als offizieller Lernort anerkannt.

Die Mühle Kluth war eine Öl- und Getreidemühle mit zweigeschossigem Steinbau. Gemeinsam mit der benachbarten Mühle Tüchter teilte sie sich den Aufstau der Düte – eine in Westfalen einmalige Situation.

Die ehemalige Getreidemühle Tüchter stellte Ende der 1950er-Jahre den Betrieb ein und befindet sich seit 1865 im Familienbesitz. Besonders bemerkenswert ist die Wappeninschrift aus dem Jahr 1689, die auf die Grafschaft Tecklenburg verweist.

Evangelische Friedenskirche Büren – erbaut 1954/55
Die Kirchengebäude in Lotte spiegeln die Siedlungsgeschichte der einzelnen Ortsteile wider. Das älteste Bauwerk der Gemeinde ist die evangelische Dorfkirche Wersen aus dem 12. Jahrhundert.

Kirchliche Baudenkmäler

Die evangelische Dorfkirche Wersen ist das älteste Bauwerk der Gemeinde. Die Kirchengründung geht auf etwa 1150 zurück; der heutige Bau wurde 1271 im spätromanischen Stil errichtet. Der Westturm wurde 1886 angefügt, das südliche Seitenschiff 1906. Die Kirche ist damit das älteste erhaltene Gebäude auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Lotte.

 

Die Friedenskirche Büren wurde 1954/55 als Antwort auf die starke Industrialisierung der Nachkriegszeit errichtet. Die Glocken wurden 1958 eingeweiht, die Steinmann-Orgel 1963 eingebaut, das Gemeindehaus 1972/73 angebaut. 2005 wurde die Kirche umfassend renoviert. Ihr Baustil orientiert sich an der klassischen Romanik.

Die Franziskuskirche Wersen wurde am 7. Oktober 1978 geweiht. Sie wurde nach einem Entwurf des Architekten Lothar Ratzlaff errichtet; die künstlerische Ausstattung stammt von Heinrich Gerhard Bücker.

Die St.-Hedwigs-Kirche wurde am 17. Dezember 1967 geweiht. Das schiffsartige Erscheinungsbild geht auf einen Entwurf des Architekten Otto Häke zurück; die künstlerische Ausstattung stammt von Alfred van Werven. Im Turmkapellchen befindet sich eine Reliquie der heiligen Hedwig.

Auf dem Gebiet der Gemeinde Lotte befinden sich zwei bemerkenswerte Megalithgräber aus der Jungsteinzeit, die zu den besterhaltenen ihrer Art in Westfalen gehören.

Vorgeschichtliche Stätten

 

Ebenfalls im Waldbereich gelegen, sind die Kleinen Sloopsteine ein weiteres vorgeschichtliches Megalithgrab und stehen als archäologisches Bodendenkmal unter Schutz.

Niemöller-Denkmal in der Gemeinde Lotte

Weitere Sehenswürdigkeiten

Das Franziskanerkloster Osterberg wurde 1410 gegründet und bestand über 200 Jahre. Von den ursprünglichen Klosterbauten sind nur noch geringe Reste sichtbar (archäologische Fundstätte). Ein Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert wurde auf dem früheren Klosterboden errichtet.

Der Hopfengarten in Osterberg wurde 2001 vom Schützenverein Osterberg zum 750-jährigen Jubiläum des Ortsteils angelegt und am 11. Juli 2001 feierlich eingeweiht. Der angrenzende Münsterplatz wurde 2011 neu gestaltet.

In der Gemeinde Lotte erinnern verschiedene Denkmäler und Gedenkstätten an historische Persönlichkeiten und Ereignisse der Ortsgeschichte.

Sehenswürdigkeiten im Überblick

Sehenswürdigkeiten im Überblick

  • Historische Gebäude: Haus Hehwerth (1858), Doppelheuerhaus Wersener Holz, Altes Amtshaus (1828), Altes Zollamt (um 1830)
  • Wassermühlen: Mühle Bohle (über 300 Jahre, Lernort), Mühle Kluth, Mühle Tüchter (Wappenstein 1689)
  • Kirchen: Ev. Dorfkirche Wersen (gegründet ca. 1150), Ev. Kirche Lotte (geweiht 1315), Ev. Friedenskirche Büren (1954/55), Kath. Franziskuskirche Wersen (1978), Kath. St.-Hedwigs-Kirche (1967)
  • Vorgeschichtliche Stätten: Große Sloopsteine (ca. 3000 v. Chr.), Kleine Sloopsteine
  • Klöster & Gärten: Kloster Osterberg (gegründet 1410), Hopfengarten Osterberg (2001)
  • Historische Gebäude: Haus Hehwerth (1858), Doppelheuerhaus Wersener Holz, Altes Amtshaus (1828), Altes Zollamt (um 1830)
  • Wassermühlen: Mühle Bohle (über 300 Jahre, Lernort), Mühle Kluth, Mühle Tüchter (Wappenstein 1689)
  • Kirchen: Ev. Dorfkirche Wersen (gegründet ca. 1150), Ev. Kirche Lotte (geweiht 1315), Ev. Friedenskirche Büren (1954/55), Kath. Franziskuskirche Wersen (1978), Kath. St.-Hedwigs-Kirche (1967)
  • Vorgeschichtliche Stätten: Große Sloopsteine (ca. 3000 v. Chr.), Kleine Sloopsteine
  • Klöster & Gärten: Kloster Osterberg (gegründet 1410), Hopfengarten Osterberg (2001)